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ABB e.V. kürt Betonkopf Brandenburg e.V. 2010

Presseerklärung vom 03.05.2010

ABB e.V. kürt Betonkopf Brandenburg 2010Copyright - Betonkopf  2010 Turm Lübben

Der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg e.V. (ABB e.V.) zeichnet die Stadt Lübben für die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen bei der Sanierung der Außenfassade des Schlossturmes Lübben mit dem Betonkopf Brandenburg 2010 aus.

Im Schlossturm des Schlosses Lübben befinden sich unter anderem das Lübbener Eheschließungszimmer und der als städtischer Konzert-, Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzte Wappensaal mit 180 Plätzen. Rollstuhlfahrer können diesen dank einer halb gewendelten Sandsteintreppe nicht erreichen.

Zwei Gründe haben uns zu dieser Preisverleihung bewogen:

1.      Geplant war die Sanierung des Schlossturmes seit Jahren und von Beginn an haben Aktivisten vor Ort eine barrierefreie Zugänglichkeit des Wappensaales eingefordert. Es wurden Varianten entwickelt und Vorschläge unterbreitet, verworfen, ergänzt und überarbeitet. Realisiert wurde letztlich keiner! Zu spät daran gedacht? Vergessen? Übersehen? – Nicht in diesem Fall!
Wenn Menschen mit Mobilitätseinschränkungen heute Buchlesungen, Konzerte und Ausstellungen nicht besuchen können, dann habe die Verantwortlichen das bewusst in Kauf genommen.

2.      Der Schlossturm steht unter Denkmalschutz.

Bei all der Suche nach einer Lösung für Menschen mit Behinderungen hat es einen Vorschlag gegeben, der die Substanz des Gebäudes im Wesentlichen unbeeinträchtigt lässt, der bautechnisch realisierbar und sicherheitstechnisch vertretbar gewesen ist.

Das war der Anbau eines Aufzuges an der Außenwand des Gebäudes. Der Bauherr – die Stadt Lübben – hat diese Variante gemeinsam mit der Herstellerfirma des Aufzuges geprüft und unter Bezugnahme des Denkmalschutzes verworfen. Die Stadt hat somit einer möglichen Entscheidung durch die Untere Denkmalschutzbehörde vorgegriffen.

In § 1 des Brandenburgischen Denkmalschutzgesetzes heißt es:

Denkmalschutz und Denkmalpflege berücksichtigen die Belange von Menschen mit Behinderung im Rahmen der geltenden Gesetze.

Denkmalschutz und Barrierefreiheit müssen kein Gegensatz sein.
Es gibt im Land Brandenburg eine Reihe von Beispielen, in denen schützenswerte Baudenkmale durch die Außenanbringung von Aufzügen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zugänglich und nutzbar gemacht wurden.

Beispielhaft seien dazu das Gebäude des Amtsgerichts Potsdam und die Foque-Bibliothek in Brandenburg an der Havel genannt.

Es ist bedauerlich, dass es in diesem konkreten Fall nicht zu einer entsprechenden Lösungssuche gekommen ist.

Wir verbinden mit der Betonkopfverleihung die Forderung, die barrierefreie Erreichbarkeit der Veranstaltungsräume des Schlossturmes Lübben zu gewährleisten.

Anmerkung: Zunächst hatte der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg e.V. den Landkreis Dahme-Spreewald für den Betonkopf nominiert. Auf unsere Anfrage vom 17.03.2010 erreichte uns erst am 30.04.2010 per Fax eine Antwort des Landrates. Durch seine Ausführungen kamen wir zum Ergebnis, dass der richtige Adressat für unseren Preis die Stadt Lübben ist.



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