Verbandsspende

Spendenportal

Aktionstag

link aktionbarrierefrei.de

Betonkopf

Betonkopf Brandenburg 2013

Erlebnisfreizeiten

ABB is o.k. Zeichnung

Familienratgeber

familienratgeber

Newsletter

  • Newsletter bestellen

.

Schwerbehindertenausweis und Merkzeichen

Beitrag des RBB zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen 2007

zibb - zuhause in berlin & brandenburg, Fernsehbeitrag von Jan Thiemann – widmete sich am 3. Dezember dem Schwerbehindertenausweis und seiner Bedeutung für die Lebenssituation behinderter Menschen.
Gesprächspartner im Studio war Dr. Stephan Faust.
Die Zusammenfassung veröffentlichte der RBB als Service für Betroffene:

Rund 6,5 Millionen Deutsche haben einen Schwerbehindertenausweis in ihrer Tasche und nutzen die Vorteile des grünen Scheins.

Der Ausweis hilft dabei in vielen Lebensbereichen weiter, sei es durch steuerliche oder andere finanzielle Vergünstigungen oder etwa die Nutzung von Behindertenparkplätzen.

Den Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis erhalten und stellen Sie am Versorgungsamt. Viele Bundesländer bieten allerdings schon die Möglichkeit, diesen übers Internet abzuwickeln. Je nach Erkrankung sind aber immer Nachweise in Form von ärztlichen Attesten etc. erforderlich.

Nach Prüfung der Unterlagen erhalten Sie dann Ihren Ausweis, mit dem jeweils festgestellten Grad der Behinderung und den anerkannten Merkzeichen. Ist mit einer bleibenden Erkrankung bzw. Behinderung zu rechnen, gilt der Ausweis unbefristet, bei Krankheiten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf wird der Ausweis zunächst für eine bestimmte Dauer ausgestellt.

Deutliche Verschlechterungen wie Verbesserungen des Gesundheitszustandes müssen dabei dem Versorgungsamt jeweils gemeldet werden.

Sind Sie mit dem festgestellten Grad der Behinderung nicht einverstanden, kann Widerspruch eingelegt werden. Achten Sie jedoch auf die jeweiligen Widerspruchsfristen.

Für den Grad der Behinderung ist es unerheblich, ob der gesundheitliche Schaden angeboren oder Folge eines Unfalls bzw. einer Krankheit ist. Er berücksichtigt körperliche, geistige, seelische und soziale Auswirkungen. Beeinträchtigungen, die für ein bestimmtes Alter typisch sind, werden dabei nicht berücksichtigt.

Um sicherzustellen, dass Beeinträchtigungen bundesweit einheitlich bewertet werden, gibt es Begutachtungsrichtlinien. Diese heißen "Anhaltspunkte für die Gutachtertätigkeit im Sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht", kurz AHP.

Gibt es mehrere Krankheiten, die zusammen für eine schwere Beeinträchtigung sorgen, werden diese nicht einfach addiert, sondern der Gesamtzustand, den diese Beschwerden verursachen, bewertet. Der letztendlich festgestellte Grad der Behinderung findet sich auf der Rückseite des Ausweises.

Entscheidend für die jeweiligen Vergünstigungen sind die so genannten Merkzeichen. Auch diese finden sich wie der Behinderungsgrad auf dem Ausweis.

Dies sind die wichtigsten Merkzeichen:

Das Merkzeichen G bedeutet, dass die Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt ist. Voraussetzung dafür ist grundsätzlich, dass Funktionsstörungen der unteren Gliedmaßen und/oder der Lendenwirbelsäule bestehen, die für sich einen GdB von wenigstens 50 bedingen. Dies bedeutet, dass die Gehfähigkeit in etwa der eines Unterschenkelamputierten entsprechen muss.

Diese Voraussetzungen können auch bei entsprechend schweren inneren Leiden (z. B. Herzleiden, Lungenfunktionseinschränkung) sowie hirnorganischen Anfällen und geistigen Behinderungen vorliegen.

Mit dem Merkzeichen B wird die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson nachgewiesen. Zur Mitnahme einer Begleitperson sind schwerbehinderte Menschen berechtigt, die bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln infolge ihrer Behinderung regelmäßig auf Hilfe angewiesen sind.

Voraussetzung ist außerdem, dass der Grad der Behinderung mindestens 50 beträgt und zugleich das Merkzeichen G oder H zusteht.

Das Merkzeichen aG bedeutet, dass eine außergewöhnliche Gehbehinderung vorliegt.

Als schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind nur solche Personen anzusehen, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können.

Hierzu zählen Querschnittsgelähmte, Doppeloberschenkelamputierte, Doppelunterschenkelamputierte, Hüftexartikulierte und einseitig Oberschenkelamputierte, die dauernd außerstande sind, ein Kunstbein zu tragen oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können oder zugleich unterschenkel- oder armamputiert sind sowie andere schwerbehinderte Menschen, die nach versorgungsärztlicher Feststellung, auch aufgrund von Erkrankungen, dem angeführten Personenkreis gleichzustellen sind.

Hilflose Personen erhalten das Merkzeichen H. Voraussetzung ist grundsätzlich, dass jeden Tag für die Dauer von mindestens zwei Stunden bei mindestens drei alltäglichen Verrichtungen (z. B. An- und Auskleiden, Nahrungsaufnahme, Körperpflege, Verrichten der Notdurft) fremde Hilfe geleistet werden muss.
Verrichtungen, die mit der Pflege der Person nicht unmittelbar zusammenhängen (z. B. im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung) müssen außer Betracht bleiben.

Wer von der Pflegeversicherung in die Pflegestufe II oder III eingestuft wurde, erhält in der Regel das Merkzeichen H. Bei Pflegestufe I liegt hingegen noch keine Hilflosigkeit im Sinne des Schwerbehindertenrechtes vor. Bei Kindern gelten für die Hilflosigkeit besondere Kriterien.

Das Merkzeichen RF weist die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht nach. Dieses Merkzeichen erhalten Menschen, die wegen ihres Leidens an öffentlichen Veranstaltungen grundsätzlich nicht teilnehmen können.
Außerdem muss der GdB mindestens 80 betragen.

Voraussetzung ist zusätzlich, dass auch mit Hilfe von Begleitpersonen und technischen Hilfsmitteln (z. B. Rollstuhl, Inkontinenzartikeln) eine Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen nicht möglich ist. Es genügt nicht, dass sich nur die Teilnahme an einzelnen Veranstaltungen - bestimmter Art - verbietet, sondern es muss allgemein unmöglich sein, öffentliche Veranstaltungen zu besuchen.

Außerdem erhalten das Merkzeichen RF Blinde und Sehbehinderte ( Merkzeichen Bl )mit einem GdB von mindestens 60 wegen der Sehbehinderung sowie Hörgeschädigte ( Merkzeichen Gl ) mit einem GdB von mindestens 50 wegen der Hörbehinderung.

Mehr Informationen über die Merkzeichen und ihre Bedeutung erhalten Sie bei den Versorgungsämtern oder deren Internetauftritten.

Vorteile bietet der Schwerbehindertenstatus nicht nur bei Vergünstigungen bei Eintrittskarten oder im ÖPNV, sondern auch ganz konkret im Berufsleben.
So haben Schwerbehinderte einen besseren Kündigungsschutz oder Anspruch auf zusätzliche Urlaubstage. Zuständig für alle Fragen und Probleme des Arbeitslebens von Schwerbehinderten ist das Integrationsamt.

mehr Infos:

Landesamt für Soziales und Versorgung in Brandenburg
Informationen zu Antragstellung
www.lasv.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.354022.de

Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin
Unterstützung bei Antragstellung
www.lageso.berlin.de

Allgemeiner Behindertenverband Land Brandenburg e.V.
www.abbev.de

Berliner Behindertenverband e.V.
www.bbv-ev.de



.