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Sachbericht Aktionstag 2015

Aktionstag mit anschließender Preisverleihung zum Betonkopf-Brandenburg 2015

Der Aktionstag mit anschließender Betonkopfverleihung wurde am Dienstag, den 5. Mai 2015 mit 30 teilnehmenden Gästen aus der Behindertenbewegung Brandenburgs sowie Vertretern der Presse erfolgreich im PotsdamMuseum am Alten Markt in Potsdam durchgeführt.

Zur Einstimmung auf die Veranstaltung wurde das diesjährige Jubiläumsthema der Aktion Mensch „ #begegnet_in “ aufgegriffen und den Gästen die Gelegenheit gegeben, eigene Forderungen und Anliegen zum Thema inklusive Gesellschaft in Brandenburg einzubringen.

Ferner lagen im Veranstaltungsraum Broschüren, Postkarten und Plakate zur Information und Mitnahme aus.

AT2015_A.Peisker

Zu Beginn der Veranstaltung wurde der Auftakt durch das anregende Impulsreferat mit dem Bericht zur Situation von Menschen mit Behinderungen im Land Brandenburg durch die Vorsitzende Andrea Peisker gegeben.

 
Visuell wurde der Vortrag unterstützt, durch eine im Hintergrund fortlaufende Präsentation mit Bildern der aktuellen Situationen für Menschen mit Behinderung im Land.

Nach der allgemeinen Einstimmung und Sensibilisierung zum aktuellen AT2015_Publikum  Thema des Aktionstages wurde der zweite und zentrale Teil des Veranstaltungstages eingeläutet. Im Vorfeld des Aktionstages und der Verleihung des Negativpreises wurden insgesamt 6 verschiedene Kandidatenvorschläge aus dem gesamten Land Brandenburg zusammengetragen und intensiv recherchiert.

AT2015_1 Der Betonkopf- Brandenburg 2015 ging an die

DB Station & Service AG

für einen seit nunmehr 20 Jahren angekündigten und bis heute noch nicht einmal geplanten barrierefreien Umbau des Bahnhofes Eisenhüttenstadt.

In der Laudatio zeigte Herr Stephan Faust auf, welche konkreten Beweggründe und Fakten die Entscheidung zur Auslobung führten.

Hierzu soll im Folgenden anhand von Auszügen aus der Laudatio veranschaulicht werden:  

Der Bahnhof der Stadt Eisenhüttenstadt ist für mobilitätsbehinderte Menschen nicht nutzbar. Der Zugang ist nur durch das Empfangsgebäude über eine Treppe durch den Mitteltunnel oder von der Straßenseite her durch einen südlichen Tunnel möglich.

Im Bahnhofsgebäude selbst befindet sich ein Fahrkartenschalter, der gleichzeitig als einzige Verkaufsstelle der Stadt für Monatskarten, Schülerfahrausweise usw. im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs dient.

Es handelt sich – mit den Worten der Deutschen Bahn gesprochen - um einen Bahnhof der Kategorie 5 mit mehr als 1.000 und weniger als 5.000 Reisenden pro Tag. Der Bahnhof liegt an einer Strecke des „beschleunigten Regionalverkehrs“. In der Stadt leben mehr 25.000 Einwohner, davon mehr als 3.000 anerkannt geh- und sehbehinderte Menschen.

Mobilitätsbehinderte Bürger der Stadt Eisenhüttenstadt sind unter den gegebenen Umständen praktisch vom Zugang zum Bahnverkehr abgeschnitten. Ebenso ist es nicht möglich, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen als Gäste und Besucher mit der Bahn nach Eisenhüttenstadt reisen.

Die Forderung nach einer barrierefreien Zugänglichkeit des Bahnhofes ist der Deutschen Bahn AG bzw. ihren Töchterunternehmen mindestens seit 1995 bekannt. Im Folgejahr sollten Planungen zur Veränderung der bestehenden Situation in Auftrag gegeben werden.

Mitte 2007 teilte die DB Station und Service AG mit, die Planung des Bahnhofsumbaus nehme Konturen an und man werde die Anträge in Kürze dem Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung vorlegen. Im folgenden Jahr könne dann mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Im Dezember des gleichen Jahres kommunizierte die Bahn, die Arbeiten seien nun für das Jahr 2009 geplant.

Nachdem bis zu diesem Zeitpunkt kein Stein bewegt worden war teilte der damalige Leiter des Regionalbereichs Ost der DB Station & Service AG  2010 mit, man plane den Umbau des Bahnhofes jetzt für 2014. Getan hat sich nichts.

Wir haben nachgefragt.

Die DB Station & Service AG hat uns auch geantwortet. Am 08.04.2015 teilte die Bahn mit, man werde erst 2016 eine Genehmigungsplanung erstellen. Anschließend wären entsprechende Planungsunterlagen beim Eisenbahnbundesamt zur Genehmigung einzureichen. Nach erfolgter Genehmigung müsse die Finanzierung gesichert werden.
Dies alles vorausgesetzt könne der Umbau wahrscheinlich 2018/19 beginnen.

Dieser Brief steht damit am Ende einer langen Reihe von Ankündigungen durch die Deutsche Bahn AG, denen in zwei Jahrzehnten jeweils keinerlei konkrete Schritte gefolgt sind. Bis zum heutigen Tage gibt es noch nicht einmal abgeschlossene Planungen für die dringend erforderliche Schaffung eines barrierefreien Zugangs zum Bahnhof Eisenhüttenstadt.

Der ABB e.V. vergibt den Betonkopf Brandenburg 2015 für den heutigen Zustand des Bahnhofes Eisenhüttenstadt. Die zwanzigjährige Geschichte von nicht eingehaltenen Zusagen, von angekündigten Planungsstarts und avisierten Baubeginnen, das war dem ABB e.V. den Betonkopf 2015 wert!


Im Anschluss an die Preisverleihung wurde den Gästen das Angebot zur Besichtung der ständigen Ausstellung „ Potsdam – Eine Stadt macht Geschichte “ im PotsdamMuseum, einem Mittagessen in der Landtagskantine, verbunden mit der Möglichkeit zur die Besichtung des benachbarten Landestages Brandenburg zur Verfügung gestellt. Der Fokus der Führung lag hierbei auf der Barrierefreiheit.

AT2015_Führung Landtag  AT2015_Führung Plenarsaal  AT2015_Probesitzen Plenarsaal

In den Medien wurde bereits am 5. Mai in der Märkischen Oderzeitung, in den Kobinet Nachrichten sowie weiteren einschlägigen Presseblättern zur Preisverleihung berichtet. In den Folgetagen konnten weitere Berichte bei der MOZ, der PNN und dem Blickpunkt wahrgenommen werden. Mit unserer Infomail wurden am 05.05.2015 wurden darüber hinaus Netzwerkpartner und Adressaten im Land Brandenburg zum Betonkopf 2015 informiert.

Anhand der Rückmeldungen der Gäste, als auch durch das Presseecho konnten wir mit der Verleihung des Negativpreises abermals einen wichtigen Beitrag zum Europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderung leisten.

Die Verleihung des Betonkopf-Brandenburg 2015 ist darüber hinaus pressewirksam in die Öffentlichkeit transportiert worden und als Landesverband haben wir die Gesellschaft sowie Entscheidungsträger weiter sensibilisieren und deren Blick für die aktuellen Belange vom Menschen mit Behinderung schärfen können. Auf diese Weise konnten wir richtungweisende Impulse für dringende behindertenpolitische Schritte auf dem Weg zu mehr gleichberechtigter Teilhabe im Land Brandenburg geben.

Mit unserem Aktionstag haben wir abermals uns gezielt und aktiv für mehr Selbstbestimmung und die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft im Land Brandenburg eingesetzt und so dem Prozess zu einer inklusiven Gesellschaft weiter vorangetrieben.

Impulsreferat 2015

Laudatio Betonkopf Brandenburg 2015

 



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