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Jahrestätigkeitsbericht des ABB e.V. für das Jahr 2017

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Mit dem Jahres-Tätigkeitsbericht bilanziert der ABB e.V. sein breites Themen- und Aktionsfeld als brandenburgischer Landesverband mit seinen Mitgliedsverbänden und zahlreichen Einzelmitgliedern. Der 26. Aktionstag seit 1992 wies z. B. am 5.Mai  mit der Vergabe des "Betonkopf Brandenburg" wiederum auf grobe gesellschaftliche Mängel und Versäumnisse bei der Inklusion von Menschen mit Behinderungen hin, vor allem hinsichtlich Barrierefreiheit und Mobilität. Mit seinen Beratungsdiensten und sozialen Projekten - z. B. den 27. Erlebnisfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung - engagierte sich der ABB e.V. als konsequenter Interessenvertreter von Menschen mit Behinderungen, ihren Angehörigen und Freunden.

 

 

 

Seinem inhaltlichen Profil für mehr Selbstbestimmung und Chancengleichheit von Menschen mit Teilhabebeeinträchtigungen in der Gesellschaft konsequent folgend, setzte sich der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg e.V. (ABB e.V.) auch im Jahr 2017 gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Unterstützern mit einer Reihe von vielfältigen Verbands- und Projektarbeiten ein. Unabhängig von der Art ihrer Beeinträchtigung und einer Mitgliedschaft im ABB e.V. erhielten Menschen mit Behinderung durch den ABB e.V. breitgefächerte Angebote und Hilfen zur Selbsthilfe.

Die Umsetzung der UN-Konvention und insbesondere die stufenweise Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes begleitete die Landes- und Bundespolitik auch im Jahr 2017 weiterhin maßgebend. Ziel aller Bemühungen war die Umsetzung des Anspruches einer inklusiven Gesellschaft - diesem Ziel waren die Aktivitäten des ABB e.V. als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung verpflichtet.

Unsere Angebote, wie die Sozialberatung, Aktionen und Stellungnahmen für mehr Barrierefreiheit, Mobilität & Teilhabe als auch unsere anderen Projekte setzten sich dafür ein. In diese Leistungsangebote bezogen wir unsere 13 Mitgliedsvereine und zahlreiche Einzelmitglieder ein und unterstützten sie mit Rat und Tat. Dazu gehörten insbesondere aktuelle Informationen zu Gesetzesänderungen, die Beantwortung von vielfältigen Rechts- und Sozialfragen, aber auch regelmäßige Infomails und Flyer. Unsere Höhepunkte waren der Aktionstag mit

anschließender Verleihung des Negativpreises „Betonkopf-Brandenburg“, themenspezifische Ein- oder Mehrtagesschulungen sowie unser Angebot der Beratungssprechstunde vor Ort bei den Vereinen.

Unter dem Motto „Wir gestalten unsere Stadt“ veranstalteten wir unseren traditionellen Aktionstag am 5. Mai in Potsdam. Nach 13 Jahren Betonkopf-Brandenburg haben wir zurückgeblickt und mit unserem

27. Aktionstag dazu beitragen wollen, die Grundsätze von Inklusion im Land Brandenburg weiter durchzusetzen, um gesetzliche Regelungen für seine Umsetzung in allen Ressorts zu befördern und vorhandene

Regelungsdefizite zu analysieren und weiter abzubauen.

Wir setzten unser Konzept zur jährlichen Verleihung des Negativpreises „Betonkopf Brandenburg“ für die drastischste Diskriminierung von Menschen mit Behinderung weiter fort. Bereits seit 2004 versuchen wir

Verstöße gegen das Gleichheitsgebot im GG Art. 3 öffentlich zu machen. Der „Betonkopf Brandenburg“ ging 2017 an das Amt Döbern-Land und den Landkreis Spree-Neiße für die fehlende Barrierefreiheit und das Fehlen

eines Blindenleitsystems bei der Sanierung des Busplatzes Döbern. In den regelmäßig stattfindenden Zusammenkünften mit unseren Mitgliedsvereinen und Einzelmitgliedern fand ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen den ehrenamtlich Aktiven aus den unterschiedlichen Regionen Brandenburgs statt. Unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“ konnten Betroffene als Experten in eigener Sache Anregungen zum Vereinsleben austauschen und so die Selbsthilfekräfte stärken.

 

Projektarbeiten

 

Der Fachdienst Sozialberatung nahm mit seinem Beratungsspektrum auch im Jahr 2017 für Menschen mit Teilhabebeeinträchtigungen und ihrer Angehörigen einen wesentlichen Platz ein. An rund 40 Beratungstagen

mit rund 180 Fällen konnte bei z. T. schwierigen sozialrechtlichen Problemen geholfen werden. Schwerpunkte waren Fragen zum inklusiven Bildungssystem, zum Kündigungsschutz, zur Rentenversicherung, Gesundheitsfürsorge, Pflegeversicherung und zu leistungsrechtlichen Ansprüchen gegenüber Rehabilitationsträgern.

Bildung ist für Menschen mit Behinderung eine wichtige Voraussetzung zur erfolgreichen Inklusion und aktiven Teilhabe in unserer Gesellschaft.Mit Maßnahmen zur Information und Aufklärung, insbesondere durch thematische Bildungsangebote wie Vorträge, Seminare oder Schulungen förderten wir das Rechtsbewusstsein von Menschen mit Behinderung und befähigten sie zu einer besseren Wahrnehmung eigener Rechte und Möglichkeiten zur Teilhabe.

Im Jahr 2017 veranstalteten wir hierzu für unsere Mitgliedsvereine, Einzelmitglieder und andere Interessierte im Juni und November unser traditionelles Bildungswochenende zum Thema „Inklusion und Teilhabe – was bieten hierzu das neue Bundesteilhabegesetz & Reisemöglichkeiten für Menschen mit Behinderung?“ als auch „Moderne Anforderungen an Beratungs,- und Begegnungsstätten der Behindertenselbsthilfe – Wie finde ich Zugang und Vernetzungsmöglichkeiten zu meiner Zielgruppe und kann diese in Notfällen mit erster Hilfe begleiten?“

Für den Online-Familienratgeber der Aktion Mensch e.V. fungierte der ABB e.V. weiterhin als Regionalpartner zur Pflege der Daten über lokale Beratungsstellen für die Region Potsdam.

Unser Fachdienst Barrierefreiheit & Mobilität bot im Jahr 2017 in rund 60 Anfragen praktische Hilfen bei der Gestaltung eines barrierefreien Lebensumfeldes von Menschen mit Behinderung. Hierzu wurden mit Hilfe des Fachdienstes Anfragen zu Wohnungsanpassungen, behindertengerechten Kfz-Anpassungen, zu öffentlichen Bauvorhaben o. ä. bearbeitet. Außerdem war der ABB e.V. auch im zurückliegenden Jahr regelmäßig im Arbeitskreis „Barrierefreies Bauen/MIL“ des Landesbehindertenbeirates aktiv gestaltend vertreten.

Im Rahmen unseres Fachdienstes „Bildung & Jugend“ wurde unser jährliches Ferienprojekt der „Erlebnisfreizeiten für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung“ zum 27. Mal in der EJB am Werbellinsee durchgeführt. Das ehrenamtliche Team von über 100 Helfern mit Pädagogen, Ärzten und medizinisch-pflegerischem Fachpersonal betreute während der zwei Durchgänge der Freizeiten 227 Kinder und

Jugendliche aus den Regionen des Landes und anderen Bundesländern. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer*innen waren Kinder und Jugendliche mit verschiedensten Teilhabeeinschränkungen, darunter 70 mit

anerkannter Pflegegraden.

Darüber hinaus widmete sich der Landesverband dem Themenkreis inklusive Ausbildung & Arbeit sowie Konzepten der unterstützten Beschäftigung für junge Menschen mit Teilhabebeeinträchtigungen.

 

Interessenvertretung

 

Die Forderungen nach tatsächlicher landesrechtlicher Gleichstellung, nach Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und mehr Selbstbestimmung standen weiterhin im Zentrum unserer Verbandsarbeit. Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) brachte sich der ABB e.V. durch umfangreiche Stellungnahmen und die Teilnahme an diversen Fachkreisen intensiv ein.

Mit der Leitung der Arbeitsgruppe „Gleichstellungsgesetz“ sowie dem Mitwirken in der Arbeitsgruppe „Barrierefreies Bauen/MIL“ im Landesbehindertenbeirat führten wir unsere intensive Mitarbeit in diesem Gremium erfolgreich fort.

Des Weiteren ist der ABB e. V. Mitglied im Beratenden Ausschuss des Integrationsamtes Brandenburg. Mehrere Mitglieder des ABB e.V. sind als ehrenamtliche Richter*innen an Sozialgerichten des Landes Brandenburg berufen.

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Mit unserem Rundbrief, den Infomails, diversen Sozialinformationen, den Publikationen und Flyern zu unseren Beratungsangeboten der Fachdienste und Projekte machten wir unser Angebotsspektrum über die Verbandsstrukturen hinaus bekannt.

Aus aktuellem Anlass informieren wir per Infomails und nutzen selbstverständlich auch unsere eigene umfangreiche Internetseite www.abbev.de sowie den Auftritt bei Facebook.

Es gelang uns, mit unseren Aktivitäten und Aktionen in den unterschiedlichen Medien auf regionaler und überregionaler Ebene präsent zu sein. Zudem wurde über unsere Arbeit in zahlreichen Zeitungsartikeln verschiedener Tageszeitungen im Land Brandenburg berichtet.

 

Finanzen

 

Nur dank der Selbsthilfeförderung durch Krankenkassen wie der AOK Nordost, der Techniker Krankenkasse, der Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Krankenkassen im Land Brandenburg, der Projektförderungen der Aktion Mensch e.V. und des Brandenburgischen Sozialministeriums konnten wir die wesentlichen Leistungsangebote auch im Jahr 2017 erhalten und weiterführen. Es konnten projektbezogene Spenden von Stiftungen und privaten

Sponsoren gewonnen werden. Ergänzt wurden diese Mittel durch Bußgeldzuwendungen und die Beiträge unserer Mitglieder.

Da es sich hierbei oft nur um eine haushaltsjahrbezogene Finanzierung von Teilbeträgen handelt, ist zur Sicherung der kontinuierlichen Selbsthilfetätigkeit des ABB e.V. und zur Fortsetzung unserer Projekte ein beständiger Mix aus Spenden, Projektzuwendungen, Bußgeldzuweisungen – ergänzt um die Selbsthilfeförderung der Krankenkassen – unabdingbar.

 



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